PIWI-Sorten in der kroatischen Weinkultur: von diskreditierten Hybriden zu nachhaltigen Kandidaten

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PIWI sorte vinove loze: put prema održivoj proizvodnji grožđa i vina
Screenshot des Originalartikels
Artikeltitel
PIWI sorte vinove loze: put prema održivoj proizvodnji grožđa i vina
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Veröffentlichungsdatum
Verlag
Gospodarski list
Autor:in
Prof. dr. sc. Jasminka Karoglan Kontić; Prof. dr. sc. Ana Jeromel

Zusammenfassung

Gospodarski list berät kroatische Landwirte seit 1842, und der Ton des Blattes ist eher praktisch als skeptisch. Es beginnt mit einer Geschichtsstunde: Die alten Hybriden – die Direktori und Tudumi, die nach der Reblaus gepflanzt wurden – gerieten nach und nach außer Gebrauch, weil ihre Weine einen schlechten Ruf erworben hatten und wirksame Fungizide sie überflüssig gemacht hatten, sodass die Erzeuger zu Sorten wie Graševina und Plavac Mali zurückkehrten. Die heutigen PIWI-Sorten, so argumentieren die Autoren, haben nichts mit diesen diskreditierten Pflanzen gemein, außer der grundlegenden Tatsache, dass sie durch Kreuzung von Vitis vinifera mit anderen Arten entstanden sind.

Bereits 2013 hatte Kroatien sieben PIWI-Sorten auf seiner nationalen Sortenliste – Phoenix, Staufer, Sirious, Orion, Merzling, Cabernet Cortis und Regent –, beginnend mit der Region Zentrales Hügelland Kroatiens, und etwa zwanzig weitere werden noch immer evaluiert. Die EU-Entscheidung von 2018, geografisch geschützte Weinkategorien für PIWI zu öffnen, ist das zentrale Beweismittel des Artikels, präsentiert als wissenschaftliche Bestätigung und als glückliches Timing zugleich: Die Ziele des Europäischen Green Deals zur Reduzierung von Pestiziden bis 2030 bedeuten, dass der regulatorische Wind nun in dieselbe Richtung weht. Feldversuche, die teilweise aus dem Programm zur ländlichen Entwicklung finanziert werden, liefern die lokalen Zahlen.

Was der Artikel nicht anspricht, ist gleichermaßen aufschlussreich: Es wird nicht erwähnt, wie Erzeuger Pflanzgut beschaffen, wie lange die Registrierung dauert oder ob Käufer überhaupt Interesse an den Weinen gezeigt haben. Gospodarski list ist keine wissenschaftliche Fachzeitschrift, aber die Leser sollten wissen, dass es sich um einen Plädoyertext handelt, verfasst von Forschern mit einem Eigeninteresse am Ergebnis.

Unser Kommentar

Dies ist eine landwirtschaftliche Beratungsbroschüre mit akademischen Nachweisen – und daran ist im Grunde nichts auszusetzen, außer dass diese Nachweise hart arbeiten müssen, um die Interessenvertretung unsichtbar zu machen. Der Artikel teilt den Erzeugern mit, dass die Wissenschaft geklärt ist und die Sorten bereit sind; er sagt nichts darüber aus, ob Pflanzgut leicht zu beschaffen ist, wie lange eine Markteinführung dauern könnte oder was der Wechsel weg von der Graševina kosten würde. Der technische Inhalt ist fundiert. Der Hinweis darauf, wer die Forschung leitet, steht im Autorennachweis und nicht in der Argumentation, was auf dieselbe Unsichtbarkeit hinausläuft.

Über die Autor:in

Beide sind ordentliche Professoren an der Agrarwissenschaftlichen Fakultät der Universität Zagreb. Jasminka Karoglan Kontić leitet das Masterprogramm in Gartenbau und ist auf Weinbau spezialisiert; Ana Jeromel ist auf Önologie und Weinmikrobiologie spezialisiert und vertritt Kroatien seit 2010 in der OIV-Kommission für Mikrobiologie und Önologie. Dieselbe Agrarwissenschaftliche Fakultät leitet die EIP-Operationsgruppe, deren Forschung dieser Artikel bewirbt – eine Verbindung, die im Autorenvermerk sichtbar ist, im Text selbst jedoch nie erwähnt wird.

Über den Verlag

Gospodarski list – Agricultural Gazette – wird seit 1842 ununterbrochen veröffentlicht und zählt damit zu den ältesten noch bestehenden landwirtschaftlichen Periodika Europas; es erscheint vierzehntäglich, erreicht rund 30.000 Leser und richtet sich vorrangig an aktive Landwirte und Fachleute aus dem ländlichen Raum und nicht an Forscher oder politische Entscheidungsträger. Das Blatt hat es sich zur Aufgabe gemacht, Erzeugern bei der Entscheidungsfindung zu helfen, nicht zu hinterfragen, wer die Informationen liefert. Das ist eine vertretbare redaktionelle Haltung – sie bedeutet nur, dass die Leser selbst den kritischen Abstand herstellen müssen.