Deutschlands Piwi-Reben wachsen weiter, doch die Obergrenze ist noch lange nicht erreicht

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Robuste Rebsorten
Neue Reben, schrumpfende Rebfläche.
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Robuste Rebsorten legen auf niedrigem Niveau zu
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Zusammenfassung

Deutschlands Piwi-Reben — ausgeschrieben Pilzwiderstandsfähige Rebsorten, also pilzresistente Sorten — hatten ein gutes Jahr 2025. Laut Deutschem Weininstitut wuchs die bepflanzte Fläche um 10 Prozent auf rund 4.000 Hektar, was nun etwa 4 Prozent des nationalen Gesamtanteils entspricht, gegenüber 3,5 Prozent im Vorjahr. Die Prozentsätze sind leicht gerundet — 4.000 von 102.000 sind streng genommen 3,9 — und das Veröffentlichungsdatum im April bedeutet, dass die zugrunde liegenden Daten möglicherweise noch vorläufig sind, da das DWI die endgültigen Zahlen des Weinbergsregisters üblicherweise erst später im Frühjahr bestätigt. Doch die Richtung steht außer Frage. Deutschlands gesamte Rebfläche schrumpfte 2025 auf rund 102.000 Hektar, zurück auf das Niveau von vor etwa zwanzig Jahren und unter dem Höchststand von rund 105.000 Hektar, der in den 1990er Jahren erreicht wurde. Rote Sorten verloren 791 Hektar, weiße 539. Weißwein macht nach wie vor etwa 70 Prozent dessen aus, was Deutschland anbaut und was die Deutschen trinken. Angesichts all dessen bewegen sich die Piwi-Zahlen in die falsche Richtung für alle, die sie abtun wollen.

Souvignier Gris liegt vorne. Mit 766 Hektar nach einem Zuwachs von 170 Hektar im vergangenen Jahr verzeichnete er zum zweiten Mal in Folge den größten Flächenzuwachs einer einzelnen Sorte in Deutschland, so DWI-Sprecher Ernst Büscher — der, das sei gesagt, die einzige Person ist, die im gesamten Artikel zitiert wird. Dahinter folgen Cabernet Blanc mit 356 Hektar und Sauvignac mit rund 250. Insgesamt wurden 2025 vierzig Sorten angepflanzt, die meisten davon noch auf frühen Versuchsparzellen und nicht in vollem kommerziellem Einsatz. Auch rote Piwis tauchen in ernstzunehmenden Zahlen auf: Cabernet Cortis mit 88 Hektar, Satin Noir mit rund 60. Büscher sagt, diese könnten kräftige, samtige Rotweine auf dem Niveau südeuropäischer Sorten hervorbringen, nennt aber keine bestimmten. Er sagt auch, dass weiße Piwi-Weine jetzt geschmacklich nicht mehr von konventionellen Weinen zu unterscheiden seien. Diese Behauptung taucht immer wieder in DWI-Mitteilungen auf, und niemand in diesem Artikel — oder offensichtlich anderswo — wurde gebeten, sie unabhängig zu überprüfen. Viele Erzeuger haben die Sortenangabe auf dem Etikett stillschweigend weggelassen und verkaufen den Wein als Cuvée, womit sie der gesamten Frage der Verbraucheranerkennung aus dem Weg gehen. Norddeutschland verfügt mittlerweile über mehr als 200 Hektar Weinberge außerhalb der 13 anerkannten Qualitätsweinregionen, eine Kategorie, die nach einer Regeländerung 2016 entstand — keine offiziellen Anbaugebiete, sondern Versuchs- und Tafelweinpflanzungen, doch die Fläche wächst. Was die Exporte betrifft: Pflanzgut geht nach Frankreich. Das DWI weiß nicht wie viel, und der Artikel auch nicht.

Unser Kommentar

Hier steckt mehr drin als eine gewöhnliche Agenturmeldung bietet — Detailangaben auf Sortenniveau, die norddeutschen Zahlen, der Etikettierungskniff, ein erstes Gefühl dafür, dass die Geschichte der roten Piwis gerade erst beginnt. Wer das eingereicht hat, hat aufgepasst. Das Problem ist Büscher. Er ist die gesamte Quelle — jede Behauptung, jede Zahl, jedes Zitat. Wenn die einzige Stimme die des Sprechers der Institution ist, deren Aufgabe es ist, deutschen Wein zu fördern, und er einem sagt, dass die Weine jetzt wie konventionelle Weine schmecken und die Roten mit südeuropäischen Referenzen mithalten, dann wünscht man sich jemanden anderen im Raum. Einen Winzer, einen Händler, einen Sommelier, irgendjemanden. Sie sind nicht da. Das DWI sagt seit Jahren Varianten davon. Irgendwann muss es von jemandem ohne eigene Interessen auf die Probe gestellt werden. Und der Titel verspricht eine Obergrenze — was sie ist, woher sie kommt, was es bräuchte, sie anzuheben. Der Artikel kommt nie dorthin.

Über die Autor:in

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